Die Schlittschuhlaufende Kuh

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Thema: Seelenschmerz rauslassen

Gedankensalat

Wäre man berühmt und auch ausreichend reich, man müsste sich keine Gedanken darüber machen, ob man ordentlich behandelt wird, wenn man denn erkrankt ist.

Wenn ich heute lese, wie bei der Oscar Verleihung auf eine Person geschaut wurde, die an MS erkrankt ist. Daran stirbt man nicht und es interessiert die Welt auch nicht, wenn etliche Menschen darunter oder daran leiden. Ich habe schon bei Lady Gaga gedacht, dass es für alle an Fibro erkrankten nicht leichter wird. Irgendwann wird die Krankheit als „Gaga Krankheit“ in die Bücher eingehen. Liegt wohl auch daran, dass eben sehr viele Gründe der Fibro an seelischen Problemen festzumachen sind. Dagegen wehren sich viele Kranke und wettern gegen die Feststellung. Fakt ist aber nun einmal, dass oftmals eine seelische Schädigung vorliegt. Viele haben es verdrängt und irgendwann kommen sie drauf.

Auf jeden Fall war mein Erstaunen wieder einmal groß. Ich lese nicht mehr so viel an Nachrichten, weil es mich aufregt und das soll ich nicht.

Da stehen kleine Menschen und fragen sich, warum dieses Interesse an Krankheiten nur dann vorhanden, wenn die Person berühmt oder die Krankheit gerade mal IN ist.

Sobald sich mal wieder ein Star umgebracht hat, kommt kurz das Thema Depressionen auf und dann verschwindet es auch schnell wieder. Passt nicht in unsere schöne bunte Welt. Da sind reiche Menschen, denen es an nichts fehlt und dann fehlt doch was. Was wollte man nicht alles anders machen, wie damals Robert Enke sich vor einen Zug geworfen hatte. Und heute? Ich habe ja selber diese scheinheilige Art und Weise der Krankenkasse erfahren, die „besorgt“ anrief, wie bei mir zum ersten Mal das Wort Depressionen auftauchte. Die riefen aber nur an um mitzuteilen, dass sie nicht glauben, dass mein Hausarzt in der Lage wäre so eine Diagnose zu stellen. Gut, dass Hausarzt und Psychiater bei mir zusammen arbeiten. Da staunte die Krankenkasse dann nicht schlecht und nun lassen die mich in Ruhe. Ich knabbere nicht nur an der Kindheit und Jugend. Ich muss verstehen lernen, was da mit mir passiert ist und das ich Schwerbehindert bin. Etwas, was ich nicht in den Kopf bekomme. Vom dynamischen Menschen zu einem Krüppel, wo auch heute wieder eine Botschaft vom Arzt kam, die nicht erfreulich. Wieder ein Schlag in die Magengrube und ich muss da durch, mit mir kämpfen.

Bisher hat mich die Krankenkasse nicht zum medizinischen Dienst geschickt. Wäre auch doof, denn seit 2015 taucht immer und immer wieder die Sache mit der Depression in den Berichten auf. Selbst mein Anwalt, der mich ja nur so nebenher kennt, meinte damals, dass ich ein „unnormales“ Verhalten an den Tag lege. War mir nie aufgefallen, dass ich immer in der dritten Person von mir rede. Selbst mein Hausarzt hat meinen Mann drauf angesprochen, wieso ich so wäre. Naja, der Grizzly konnte nur sagen, dass es meine Art ist, mit der Sache umzugehen, zu analysieren.

Nun gut, wäre ich reich und berühmt, ich bekäme eine tolle Behandlung, müsste nicht endlos warten, würde nicht von Ärzten verarscht.

Aber, da ich kein Millionen Euro Fußballer oder anderer Sportler bin, auch politisch nicht aktiv bin, muss ich mich in Geduld üben.

So war es dann auch heute, wo man mir sagte, dass wenn das mit der nächsten Krankengymnastik nicht klappen würde, meine linke Schulter steif bliebe. Man könnte dann schon noch operieren (was ich nicht machen lassen würde) aber es wäre ein weiter Weg. Klaro, wie schon gehabt, meine Krankheit, der geweckte Löwe, kämpft gegen mich. Jedes Mal, wenn ich denke, dass ich einen Schritt vorwärts gehen kann, tritt er mir in den Arsch.

Der Augenarzt heute meinte auch, dass in drei Monaten die Kontrolle des beidseitigen Glaukoms und auch die Sache mit dem „blinden Punkt“ auf dem rechten Auge kontrolliert werden muss.

Für den Gutachter nächste Woche, hat der Augenarzt schon was geschrieben. Kann ich mitnehmen, denn ich sitze mit meiner Nase fast am direkt am Bildschirm, trotz Brille.

Ja, und ich mache meine Witze, denn Sally eignet sich wirklich nicht als Blindenhund. So oft, wie sie irgendwo gegen prallt, wir wären ein Dreamteam.

Nun gut, morgen werde ich wieder zum Hausarzt müssen und dann sitze ich da und werde wieder in mich gekehrt sein und mich fragen, was das eigentlich alles soll, wenn man Ende das Ende sowieso schon feststeht.

Wofür kämpft man?

Ich habe alle möglichen Medis hier im Haus und könnte mich ins Nexus ballern. Würde mein Arzt mir nicht vertrauen, ich hätte dem Kram nicht hier.

Und dann steht der Prominente da und wird bemitleidet. Ich will kein Mitleid, einfach nur mein Leben zurück.

Liest sich wirr hier? Ja, so ist das, wenn Gedanken querschießen, wenn man bis in die letzte Haarspitze mit Schmerzmitteln zugedröhnt ist. Das kann nicht der Sinn sein.

Und dann kloppt sich die Pharma- Industrie darum, dass man Cannabis nicht zulässt. Wäre ja so ungesund das Zeug. Himmel, Arsch und Wolkenbruch. Heuchler!

So, habe fertig und die Kuh läuft Schlittschuh!

Josi 26.02.2019, 00.02 | (5/0) Kommentare (RSS) | PL

Schlaflos in Blomberg

Es ist ja nicht so, dass ich erst seit kurzem die Nacht nicht wirklich zum Schlafen nutzen kann. Da ich sehr viel Zeit habe und auch meine Vergangenheit aufarbeiten soll, weiß ich, dass ich spätestens seit dem Kinderheim so meine Probleme habe.

Ich war in einem Heim, welches von Nonnen geführt wurde und die waren weitaus weniger christlich im Umgang mit uns Kindern, wie man sich das eigentlich vorstellt. Wobei, heute weiß man schon, was gerade da bei denen passiert, die Nächstenliebe predigen und es dann anders ausleben.

Meine Schlaflosigkeit ermüdete auch nicht, wie ich in die neue Familie kam. Das lag daran, dass ich eine sehr schlagkräftige „Mutter“ bekommen hatte, die sich nachts ins Zimmer schlich und auf mich einschlug. Einmal auch, da hat sie mir das Kopfkissen weggezogen und es mir auf das Gesicht gedrückt. Dabei saß sie auf mir drauf. Natürlich habe ich mich gewehrt und um mich geschlagen. Ich weiß heute, was die Frau bezwecken wollte. Die Szenen sind im Kopf, sie verschwinden nicht. Wie auch?

Ich war bis zu meiner Hochzeit 1988 im Grunde immer darauf gefasst, dass wieder was mit mir passieren könnte. Auch wenn mein damaliger Freund (seit 30 Jahren mein Mann) sich damals mit den Worten „pack sie noch einmal an und ich bring dich um!“, an die werte Frau Mutter gewendet hatte, es hielt die Frau nicht davon ab, mich zu verletzen.

Dann von 1988 bis 1990 habe ich nachts ein wenig Ruhe bekommen, habe aber auch die Ruhe genossen, dass ich mal keine Angst um mein Leben haben musste.

Und dann starb vor meinen Augen der Schwiegervater und ich muss gestehen, dass mich die Augen seither verfolgen. Dieses flehen im Blick und ich im Raum, der ich nicht wusste, was da geschah und dann einen Ehemann dabei, der seinen Vater zu reanimieren versuchte. An dem Tag 1990 verlor ich einen sehr guten Freund und wieder die Ruhe in der Nacht, denn meine Schwiegermutter verstand ebenso wenig was geschehen war und wurde sehr krank.

Bis in das Jahr 2000 habe ich die Frau dann gepflegt und ich habe es gerne getan, weil sie mir eine Freundin gewesen war. Niemand, der mir jemals weh getan hatte.

1990 streikte dann aber auch zum ersten Mal mein Körper. Auf einmal konnte ich meinen linken Arm nicht mehr bewegen und niemand wusste was los war.

Dann Verdacht auf Morbus Crohn und dabei war es dann nur mein Blinddarm.

Es ging Schlag auf Schlag und 1993 bekam ich dann eine neue Nase, weil die alte durch einen Faustschlag meiner „Mutter“ damals kaputt gegangen war. Soll heißen, wenn ich in den Spiegel schaue, dann sehe ich täglich, was mit mir gemacht wurde. Auch die lange Narbe am Kinn/Kiefer.

Nachdem die Schwiegermutter verstorben war, dachte ich, es würde Ruhe ins Leben kommen, aber Pustekuchen. Mein Körper fing da schon an, die Verletzungen aus der Kindheit herauszuschreien. Nicht, dass ich nichts hatte. Es waren alte Verletzungen, die sich meldeten. Ich muss nicht beschreiben, was alles mit mir gemacht worden war, aber auch heute 2019 werden alte Wunden entdeckt.

1996 gipfelte es erst einmal darin, dass man dachte, ich hätte einen Gehirntumor. Untersuchung und naja, der Arzt meinte dann Gott sei Dank, kein Tumor aber dass da ein alter Schädelbruch zu erkennen sei. Ja, ich weiß noch, wie ich kotzend im Zimmer gestanden habe. Aber, es hat damals niemanden interessiert. Jugendämter und auch Lehrer waren auch damals schon talentiert im wegschauen.

Ich hatte mir gewünscht, dass ich mit dem Umzug auf die Insel Langeoog die Dämonen der Vergangenheit vergessen könnte. Wenn da nicht der Unfall passiert und eine Kettenreaktion ausgelöst worden wäre, wer weiß, ob ich heute die Nacht nutzen könnte.

So treibt mich der Trigeminus zum Wahnsinn und ich habe immer noch den Satz des Arztes im Ohr, der da was vom geweckten schlafenden Löwen erzählt hat.

Jetzt darf ich mir Gedanken machen, ob meine „Mutter“ mit ihren unzähligen Schlägen auf meinen Kopf, mich dann doch noch besiegt hat. Das wollte sie damals, ich war stark geblieben, habe auch nie laut geweint. Eben auch nicht mehr gelacht.

Klaro, mein Kopf, meine Seele, hat eine Macke abbekommen. Aber, leider sind die Verletzungen von damals auch zu sehen. So auch letztens beim Röntgen des linken Fußes. Alte Verletzung von 1982, wo natürlich auch nie ein Arzt schauen durfte. Man stelle sich vor, der hätte die anderen Narben entdeckt.

Ich weiß noch, wie sich meine „Mutter“ aufgeregt hat, wie ich 1988 meine erste Nasen OP machen lassen musste. Stirnhöhlen voller Eiter und es konnte nicht ablaufen, weil Nase eben im Arsch. Sie wusste schon, warum das so war. Leider musste dann eben 1990 doch noch eine neue Nase her. Ich trage kleidsam einen Rippenknorpel im Gesicht. Und jetzt fällt das olle Teil schon wieder zusammen und verbiegt sich. Danke „Mutter“.

Schlaflos in Blomberg und ja, ich arbeite mit einem Psychologen an der Sache und es ist mir nicht peinlich. Ich war ein Kind, welches leider nicht das Glück hatte, eine Kindheit zu haben, die ohne schweren Verletzungen ausging.

Ich denke oft an meine Klassenkameradin, die eben auch ein solches Elternhaus hatte und zudem in der Schule noch gemobbt wurde und sich dann im Wäldchen im Steinrat erhängte. Ich höre immer noch Nicoles Onkel am Grab schreien „Kind, warum,warum hast du nichts gesagt?“

Tja, und bei all dem, wen wundert es, dass mich die Schmerzen, egal an welcher Stelle, nicht schlafen lassen?

Josi 23.02.2019, 05.45 | (3/0) Kommentare (RSS) | PL

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