Die Schlittschuhlaufende Kuh

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Eine Insel zum Träumen?

Hat man auf einer Insel gelebt und hat dann auch gleich die Ohren aufgehalten, dann bekommt man vieles mit. Sofern man sich nicht nur dem Alkohol und den Drogen hingeben will. Doch, doch, das ist ein bekanntes Problem auf den Inseln, auf der Insel, auf der ich war. Wenn man morgens um 6.00 Uhr mit seinem Hund die erste Runde dreht und dann eine zerbrochene Crack-Pfeife mitten auf dem Fußweg liegt, dann weiß man was los ist. Für viele ist die Insel die letzte Station vor was auch immer zu flüchten. Wir sind damals dahin, weil wir so doof waren zu glauben, dass man da durchaus leben kann, dass auch Fachkräfte erwünscht sind. Ja, wir waren zu doof und sind dann eines besseren belehrt worden. Man hat während seiner beruflichen Laufbahn sicherlich schon einiges erlebt, aber auf der Insel, da schossen die den Vogel ab. Sei es drum, dass der Chef so laut brüllte, dass die Leute auf der Straße vorm Laden stehenblieben oder aber, dass man uns einfach mal das Gehalt nicht ausgezahlt hat, weil man uns erpressen wollte. Da wir nun einmal schon ordentlich alt waren, uns auch im Arbeitsrecht gut auskennen, ist das dann nicht so gut für die Chefs ausgegangen. Andere, die haben sich verarschen lassen. Hat bei denen geklappt, da hier dann wieder der Alkohol ins Spiel kam. Solange der Chef was ausgab, die Mitarbeiter „vorglühen“ konnten, um dann in der Disco sich den Rest zu geben, war für die alles Okay. Peinlich, wenn deine Kollegen besoffen im Laden standen. Respektlos, allen gegenüber und ich habe einmal was gesagt. Wenn einem schon übel wurde, wenn die Kollegen da mit einem sprachen, dann kann man sich vorstellen, wie die drauf waren. Und der Chef? Der hat das durchgehen lassen. Warum auch nicht? Der nächste Alkohol stand schon bereit.

Wenn man an der Kasse stand und dann aus einem Restaurant der Insel ein Kellner sich mit Alkohol eindeckte, zeitgleich einen mit seiner Fahne besoffen machte, dann kann man heute froh sein, nicht mehr auf der Insel zu sein.

Auch, weil da politisch sowieso sehr viel anders läuft. Locker gesagt, die Millionäre der Insel, teilen sich selbige untereinander auf.

Dann werden Projekte geplant, von denen man sich fragt, was das bringen soll. Noch mehr Hotels auf einer Insel, die zur Entschleunigung beitragen soll. Viel Spaß in der Saison auf der Insel, wenn du da nicht mehr durch kommst. Etliche Fahrrad-Verleihe und zeitgleich ein Verbot sich mit dem Fahrrad im „Dorf“ bewegen zu dürfen.

Es wird sich Gedanken gemacht, wie man das Haus der Insel retten kann. Im Grunde ganz einfach. Alle Chöre, Vereine, die da was aufführen, mal eine Saalmiete zahlen lassen. Jede Woche in der Saison der Saal voll wenn der Shanty-Chor auftritt, wo Eintritt zu zahlen ist. Da könnt sich mit der Saalmiete schon was machen lassen. Aber, was alt und eingefahren, das ändert man nicht.

Jetzt kloppen die sich untereinander und der Bürgermeister hat Ärger, weil der angeblich was gemacht hat, von dem keiner was gewusst haben will. Nun ja, kann man sehen wie man will. Im Grunde kann der nichts machen, denn er ist kein Insulaner, kein Eingeborener und da liegt schon das Problem. Denke, das Problem liegt mehr da, dass sich der Meister nicht so bewegen lässt, wie man sich das erhofft hat. Das Gemotze, dass Wittmund da was entschieden habe, ohne den Rat der Insel zu fragen, wurde ja klar gestellt. Da die Insel dem Landkreis untergeordnet ist (auch wegen der Überschuldung), darf Wittmund entscheiden.

Tja, und dann haben wir den Restaurantbetreiber, der die Insel retten will.Seine Heimat, sein Zuhause. Im Grunde nicht so schlecht. Allerdings sollte gleicher dann auch in der Lage sein, für seine Mitarbeiter ordentliche Wohnungen zur Verfügung zu stellen und nicht mit dem „Tarif Ostfriesische Inseln“ um Arbeitskräfte werben. Der Tarif sagt aus, dass er sich aussuchen kann, was er zahlt. Und da ja grundsätzlich alle Unternehmer auf den Insel sehr arm sind, kommen viele Arbeitnehmer über die 1.800 brutto nicht hinaus. Ledig, bleibt nicht viel und dann die Miete auf der Insel. Dann die Kosten im Supermarkt, der nur teuer anbieten kann, weil die Frachtkosten so hoch sind. Würde keiner auf die Idee kommen und sagen, dass es mehr die Gier nach mehr sei, die da alle antreibt. Sei es den Betreiber des Ladens oder aber den Eigentümer/ Vermieter.

Und dann gibt es eben auf dem Festland auch so einige, die sich der Gemütlichkeit des Ausbeuters angenommen haben. Personal wird nicht bezahlt und es interessiert „fast“ keinen.

Es ist nicht nur der Mist, der hier auf die Felder verstreut wird, der mir gewaltig auf den Zeiger geht. Kennt man den Klüngel an der Mosel, hier hauen die noch einen drauf.

Schade.

Wenn eine Insel als „Ballermann der Nordsee“ bezeichnet wird und die Insel es nicht rafft, was soll man da noch sagen? Der Komiker von SAT 1 ist ja nicht selber drauf gekommen. Das war ein Bericht der öffentlich, rechtlichen Sender gewesen.

Nun gut, wer Urlaub auf einer Insel machen will, der bekommt vom Drama im Hintergrund nichts mit. Er merkt vielleicht nur, wie überfüllt es sein kann, wenn es entspannend sein soll.

Für viele, die ein Ufer gesucht haben, kann man wirklich sagen, dass die Nordsee als Mordsee gilt. Seelen gehen verloren. Leider!

Josi 02.03.2019, 03.28

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Frau L-Punkt

Krass, was da so abging. Da lob ich mir meine kleine Lieblingsinsel ohne Autos, Fahrradverleih und große Hotelbauten. Sicher laufen da im Hintergrund einige Dinge auch ähnlich ab. Aber solange ich in der Nebensaison dort meine Ruhe habe, ist mir das egal. Hinziehen würde ich aber auch nicht. Ich stell mir das als Außenseiter sehr schwierig vor.

LG Frau L-Punkt :)

vom 03.03.2019, 21.05
2. von Ocean

Puh. Gänsehaut, was Du da beschreibst und wie Du es schreibst, und Dein Schluß-Satz - geht echt unter die Haut. Sag mal nicht, dass Du nicht mehr schreiben kannst ;) Im Gegenteil.

Gut, dass Ihr den Absprung geschafft habt.

Leider geht's so oft nur um Macht und Kohle. Immer weiter expandieren - auf Kosten des Charakters der Umgebung - und der Natur. Geklüngel und Profit-Geschiebe untereinander. Menschen - werden benutzt oder fortgeworfen.

GLG zu Dir,
Ocean

vom 02.03.2019, 17.11
1. von Karin

Das ist ja ein Albtraum, ich kann es kaum glauben was dort so abgeht
.
Seid froh dass ihr dort weg seid.

Herzliche Grüße aus Bayern

vom 02.03.2019, 12.30
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